






Zwar ist Spandau ein Teil der Stadt Berlin, doch die Spandauer sahen sich schon immer als selbstständig an. Auch an ausgedehnten Grünflächen zur Erholung mangelt es den Spandauern nicht. Neben der Havel - dem zweiten Fluss, der Berlin neben der Spree durchfließt - und ihrer langen Uferpromenaden lädt auch der Spandauer Forst zum wandern ein.
Doch auch quer durch die bewohnten Gebiete von Spandau ziehen sich Grünanlagen und Parks.
Der Spektegrünzug verläuft vom Hohenzollernring in Höhe des Borchertweges in Ost-West-Richtung bis zur Stadtgrenze. Durch den weichen Kies-Untergrund war dieser Bereich praktisch unbebaubar. Die Stadtväter nutzten die Ressourcen jedoch bald wirtschaftlich. In den 50er Jahren wurde im Spektegrünzug großflächig Kies abgebaut. Seit 1974 begann man jedoch mit der Wiederherstellung der ursprünglichen Naturlandschaft. Man erkannte, dass die Natur vor der Haustür die Lebensqualität deutlich steigerte. So entstand im Laufe der Zweit ein landschaftlich gestalteter Grünzug mit zwei größeren Gewässern, wertvollen Naturräumen und vielfältigen Angeboten für die Erholung.
Von der Spandauer Innenstadt mit Rathaus und Fußgängerzone kann man heute den naturnahen Landschaftsraum zu Fuß oder mit dem Fahrrad bis in den Spandauer Forst oder nach Falkensee durchqueren. Baumgruppen gliedern die weiträumige Wiesenlandschaft und bieten im Sommer schattige Plätze zum Ausruhen. Zentrale Bestandteile des Grünzuges sind der Große Spektesee und die Spekte-Lake mit naturgemäßen Uferbereichen und standortgerechter Bepflanzung. Die angrenzenden Flächen sind der ruhigen Erholung und dem Naturerlebnis vorbehalten. Einrichtungen für Sport und Spiel befinden sich in den Randzonen des Grünzuges. Es gibt mehrere Spielplätze, Ballspielplätze und Mannschaftsspielfelder. Die große Liegewiese nördlich des Spektesees wird gern zum Lagern und Picknicken genutzt.
Eine der ältesten Parkanlagen in Spandau. Viel von Kindern, Jugendlichen, türkischen und kurdischen Anwohnern genutzt, aber auch ältere Bürger finden hier Erholung. Der Park wurde 1919 erstellt, auf einem ehemaligem Gelände der Friedhöfe St. Nikolai und St. Johannes. Friedrich Koeltze, der Namensgeber, war ehemaliger Bürgermeister.
Mit 3.500 Quadratmetern ist er eine weitläufige öffentliche Grünanlage in Spandau's Neustadt. 1987 wurde der Park neu gestaltet. Der Park beherbergt ca. 20 verschiedene Baumarten.
Auffällig ist das unterschiedliche Artenspektrum des Altbaumbestandes. Während im westlichen Teil des Parks an der Kurstraße Linde, Spitzahorn und Eiche dominieren, kommen im östlichen Teil überwiegend Ahornbäume vor. Dies ist ein Hinweis auf die unterschiedlichen Baumarten der ehemaligen hier befindlichen Kirchhöfe.
Neben den genannten Arten sind im Park häufig Robinien, Kastanien und Eschen zu finden. Die Großbäume sind die wesentlichen, gestalt prägenden Elemente der Parkanlage.
Ein Naturdenkmal ist der 180 Jahre alte Spitzahorn. Viele Bänke, ein kleiner Pavillon laden zum Verweilen ein.
Für die Kinder stehen auf drei Spielplätzen sehr abwechslungsreiche Spielmöglichkeiten zur Verfügung. Selbst an Hundebesitzer wurde gedacht, für die Vierbeiner gibt es eine eingezäunte Freilaufanlage. Der Park befindet sich zwischen Schönwalder Straße und Neuendorfer Straße
Wer den ältesten Park Spandaus besuchen oder von der Schiffsanlegestelle "Hafenplatz" zu einer Dampferfahrt starten möchte, sollte sich etwas Zeit für einen kleinen Spaziergang nehmen und die Grünanlage durch den südlichen Eingang, das Oranienburger Tor, betreten.
Der Wröhmännerpark mit altem Baumbestand, Liegewiese, Plateau und Seerosenteich erstreckt sich über eine Fläche von rd. 2,7 ha und ist gärtnerisch wunderschön und übersichtlich gestaltet. Die Oberhavel bildet die östliche Begrenzung des Parks.
Im Zuge der Sozialreformen ist der Wröhmännerpark 1913/14 als Naherholungsgebiet für die kinderreichen Arbeiterfamilien der Neustadt entstanden.
Der "Wröhmännerplatz", wie er bis 1964 hieß, wurde großzügig gestaltet und mit aufwändigen Bauelementen, üppiger Bepflanzung, Holzbänken und Kandelabern ausgestattet.
Der damalige Zeitgeschmack spiegelte sich in der gesamten Anlage wider: Plateau und Oval, zungenförmiges Wasserbecken, geschwungene Wege, reichhaltige Bepflanzung mit Ziergehölzen, Rosen, Hecken und Baumgruppen sind typische Elemente des Jugendstils. Welcher Landschaftsarchitekt damals für den Entwurf des Parks verantwortlich war, ist leider nicht bekannt.
Von Beginn an vermittelte der Baumbestand das Bild eines "ausgereiften" Wandelparks. Der Grund dafür sind die ersten Großbaumverpflanzungen, die in Spandau durchgeführt wurden. Mit viel Know-how und noch mehr Mühe holte man "gestandene" Kastanienbäume vom jetzigen Askanierring zum Wröhmännerplatz. Alle wuchsen prächtig an und einige erfreuen noch heute als stattlicher Altbaumbestand den Besucher.
Hatte die Parkanlage den Ersten Weltkrieg in seinen Kinderschuhen unbehelligt überstanden, so hinterließ der Zweite Weltkrieg tiefe Narben. 1950 begann man zwar, diese Trümmerberge abzubauen, erweiterte sogar den Park nach Norden um das Gelände der früheren Badeanstalt, baute in den 50er und 60er Jahren (im Rahmen eines Notstandsprogrammes) einiges um, doch seine einstige Pracht hatte er verloren. Daran konnte auch die Umbenennung in "Wröhmännerpark" (1964) nichts ändern. Eine Umgestaltung und Sanierung der Anlage, die von 1991 bis 1998 erfolgte, war dringend notwendig geworden, da die Anlagen verwilderten und die Wege uneben wurden. Auch hatten sich die Freizeitgewohnheiten der Anwohner stark verändert.

Foto: stadtentwicklung.berlin.de

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